Was ein Imagefilm kostet, entscheidet sich im Wesentlichen an zwei Stellen: wie viele Tage gedreht wird und welche Nutzungsrechte Sie am Ende in der Hand haben. Eine seriöse Preisübersicht, etwa eine Honorarumfrage eines Berufsverbands, haben wir für Imagefilme nicht gefunden, und Zahlen aus Agentur-Blogs wollen wir Ihnen nicht als Maßstab verkaufen. Deshalb gibt es hier keine Euro-Beträge, sondern die Posten, an denen Sie in jedem Angebot nachhaken können.
- Am meisten Geld steckt meistens in den Tagen, an denen ein Team mit Kamera bei Ihnen steht, und in den Tagen danach am Schnittplatz.
- Wer vorher sauber plant, was gezeigt werden soll, braucht am Set weniger Zeit (und damit oft einen halben Drehtag weniger).
- Über Musik und Rechte redet anfangs kaum jemand, obwohl genau dort später die unangenehmen Nachträge auftauchen.
- Aus einem einzigen Drehtag lassen sich mehrere kurze Clips schneiden, der teuerste Posten verteilt sich so auf mehr Inhalte.
ÜberblickWoraus sich die Kosten für einen Imagefilm zusammensetzen
Fragen Sie einmal bei drei Anbietern nach den Kosten für einen Imagefilm, und Sie bekommen vermutlich drei Angebote, die man kaum nebeneinanderlegen kann. Mit Abzocke hat das meistens wenig zu tun. Der eine denkt an neunzig Sekunden mit Sprecher und Drohnenflug über den Betriebshof, der andere an einen Vormittag mit Interviews in der Werkstatt, und der dritte schickt Ihnen ein Paket aus kurzen Handyclips, weil er glaubt, dass Sie das eigentlich wollen.
Vergleichbar wird es erst, wenn man das Angebot zerlegt. Vor dem Dreh steht die Konzeption, meist mit einem kurzen Drehbuch, in dem festgelegt wird, was überhaupt erzählt werden soll und in welcher Reihenfolge gedreht wird. Dann kommen die Drehtage selbst mit Team und Technik, danach die Nachbearbeitung am Schnittplatz mit Farbe, Ton und eventuell einem Sprecher, und ganz am Ende die Frage, wo und wie lange Sie den Film zeigen dürfen.
Taucht einer dieser Blöcke im Angebot gar nicht auf, ist er deshalb noch lange nicht gratis. Oft ist er einfach noch nicht eingeplant und kommt als Nachtrag, wenn der Film schon fast fertig ist (bei Musik passiert das gefühlt am häufigsten, und dann wird das Budget eben nachverhandelt).
VorbereitungWarum Konzept und Drehtage die Imagefilm Kosten am stärksten bestimmen
Der Drehtag treibt die Kosten eines Imagefilms deshalb so stark nach oben, weil an diesem einen Tag mehrere Leute und eine Menge Technik gleichzeitig gebunden sind, egal ob gerade gefilmt wird oder alle auf den Kunden warten, der noch schnell telefoniert. Wie viele solcher Tage ein Unternehmen für seine Produktion braucht, entscheidet sich allerdings schon vorher. Steht fest, welche Szenen gebraucht werden und wer vor die Kamera tritt, kommt man mit erstaunlich wenig Zeit aus. Fehlt diese Vorarbeit, wird an den Drehtagen improvisiert, und Improvisation kostet.
Nehmen wir eine Schreinerei aus dem Rottal, die ihre Werkstatt zeigen will, dazu eine Montage beim Kunden und ein kurzes Gespräch mit dem Meister an der Hobelbank. Das sind drei Orte, dazwischen liegen Fahrten, und an jedem Ort wird aufgebaut und wieder abgebaut. Lassen sich Werkstatt und Gespräch auf denselben Vormittag legen, spart das unter Umständen einen halben Tag. Gute Anbieter fragen darum vorher ziemlich viel nach, auch wenn Sie das in dem Moment vielleicht nervt.
Auf unserer Seite zur Imagefilm- und Videoproduktion in Passau finden Sie einen Drehtag-Rechner. Damit können Sie grob durchspielen, wie viele Drehtage Ihr Vorhaben braucht, noch bevor Sie irgendwo ein Angebot anfragen.
Am SetImagefilm erstellen lassen: wer am Drehtag dabei ist und was das bedeutet
Wer einen Imagefilm erstellen lassen will, fragt sich bald, wie groß das Team sein muss, und das hängt am Anspruch. Für Interviews und Szenen aus dem Arbeitsalltag reicht oft eine kleine Besetzung, die Kamera und Ton im Griff hat. Will man dagegen gespielte Szenen mit Schauspielern, Licht wie im Kino oder Drohnenaufnahmen, wächst die Truppe schnell, und jede weitere Person bringt ihren eigenen Tagessatz mit, plus Anfahrt.
Mit der Technik ist es ähnlich. Eine ordentliche Kamera, ein sauberes Mikrofon und etwas Licht decken schon sehr viel ab. Zusätzliche Kameras, Schienen für Fahrten oder eine Drohne machen den Film aufwendiger, aber ob er dadurch besser wird, ist eine ganz andere Frage. Lassen Sie sich ruhig erklären, wozu ein Gerät gebraucht wird und welcher Aufwand dahintersteckt.
Wir drehen grundsätzlich beim Kunden vor Ort, also in der Werkstatt, in der Praxis oder im Laden, mit den Menschen, die dort jeden Tag arbeiten. Das ist keine Sparmaßnahme. Ihre Kunden kennen ja Ihr Team und Ihre Räume, und einen fremden Darsteller in einem gemieteten Studio würden sie wahrscheinlich gar nicht mit Ihnen verbinden.
Nach dem DrehWas Schnitt, Ton und Sprecher zu den Kosten einer Videoproduktion beitragen
Wie viel Arbeit nach dem Dreh noch kommt, in der sogenannten Postproduktion, und welche Kosten der Videoproduktion dort entstehen, unterschätzen viele. Das Material muss gesichtet werden, dann geschnitten, farblich angeglichen und mit Ton versehen, und wie lange das dauert, richtet sich danach, wie viel gedreht wurde und wie viele Fassungen Sie am Ende haben möchten. Weil jede Korrekturschleife Zeit frisst, steht in einem guten Angebot, wie viele Runden enthalten sind.
Bei der Musik wird es schnell juristisch. Wer einen bekannten Song unter seinen Film legen möchte, braucht das Recht, die Musik mit dem Bild zu verbinden, das sogenannte Filmherstellungs- oder Synchronisationsrecht. Die GEMA fragt bei der Anmeldung eines Imagefilms ausdrücklich, ob diese Rechte mit den Urhebern oder Musikverlagen geklärt sind. Lizenzmusik aus einer Bibliothek ist meist einfacher, wobei auch hier jeder Anbieter eigene Bedingungen hat, je nachdem, wo und wie lange der Film läuft.
Einen Sprecher sollten Sie als eigenen Posten erwarten, Untertitel ebenso. Musik und Stimme legen wir in der Nachbearbeitung an. Und sollte ein Bild mit KI erzeugt werden, kennzeichnen wir es, damit am Ende niemand ein Motiv für ein Foto hält, das so nie aufgenommen wurde.
RechteNutzungsrechte klären, bevor die Kosten für einen Imagefilm nachträglich steigen
Über Nutzungsrechte redet am Anfang kaum jemand, dabei hängen an ihnen spätere Kosten für einen Imagefilm, die viele nicht auf dem Zettel haben. Das Urheberrechtsgesetz sagt in § 31 Absatz 5 sinngemäß, dass sich der Umfang eines Nutzungsrechts nach dem Vertragszweck richtet, wenn die Nutzungsarten nicht ausdrücklich einzeln bezeichnet sind. In der Fachliteratur nennt man das Zweckübertragungsregel, und im Zweifel bekommen Sie danach eben nur so viele Rechte, wie der vereinbarte Zweck erfordert.
Praktisch bedeutet das: Haben Sie den Film für Ihre Website bestellt, ist keineswegs ausgemacht, dass Sie ihn später als Anzeige auf YouTube schalten oder auf dem Bildschirm am Messestand laufen lassen dürfen. Schreiben Sie deshalb ins Angebot, wo der Film gezeigt werden soll und für welchen Zeitraum, Website und soziale Netzwerke genauso wie Werbung oder Messe.
Nachkaufen kann man so etwas schon, nur verhandelt man dann aus der schwächeren Position. Wir sind übrigens keine Anwälte; bei größeren Produktionen mit Schauspielern oder fremder Musik lohnt sich ein Blick von jemandem, der Verträge im Medienrecht prüft.
KanäleEin Drehtag für mehrere Kanäle verteilt die Imagefilm Kosten auf viele Clips
Ein klassischer Imagefilm landet auf der Startseite und bleibt dort dann gern ein paar Jahre unberührt, obwohl sich seine Kosten auf mehrere Kanäle verteilen ließen. Geschaut werden Videos aber längst überwiegend auf dem Handy, und dort gelten andere Formate. YouTube zählt seit Oktober 2024 quadratische oder hochkant gedrehte Videos bis zu drei Minuten als Shorts.
Wer das schon beim Dreh im Kopf hat, kann aus demselben Material mehrere Fassungen schneiden, einen längeren Film im Querformat für die Website und dazu kurze Clips im Hochformat. Bei uns entstehen so aus einem Drehtag mehrere Clips für Instagram, LinkedIn und YouTube statt eines einzigen Films.
Billiger wird die Filmproduktion dadurch nicht automatisch, denn jede zusätzliche Fassung braucht ihre eigene Schnittzeit. Aber der teuerste Posten, der Drehtag, verteilt sich auf deutlich mehr Inhalte, die Sie über Wochen veröffentlichen können (ein kleiner Laden in der Passauer Altstadt kommt damit unter Umständen durch eine ganze Saison).
So vergleichen Sie Angebote und Kosten für Ihren Imagefilm
- Zweck festlegenNotieren Sie, wer den Film sehen soll und wo er laufen wird, davon hängen Länge, Format und Rechte ab.
- Drehtage abschätzenZählen Sie Drehorte und Personen, die zu Wort kommen sollen, und spielen Sie das einmal im Drehtag-Rechner durch.
- Posten abfragenBitten Sie um ein Angebot, in dem Konzept, Drehtage, Schnitt, Musik, Sprecher und Nutzungsrechte jeweils einzeln stehen.
- Fassungen mitbestellenKlären Sie gleich zu Beginn, welche kurzen Clips für Instagram, LinkedIn oder YouTube zusätzlich entstehen sollen.
Häufige Fragen
Warum nennen Sie keine Preise für einen Imagefilm?
Weil wir keine belastbare Quelle gefunden haben, die Preise für Imagefilme seriös zusammenfasst, etwa eine Honorarumfrage eines Berufsverbands. Was in Blogs an Preislisten kursiert, schwankt enorm und sagt über Ihren Fall wenig aus. Aussagekräftiger ist ein Angebot, in dem jeder Posten einzeln dasteht.
Wie viele Drehtage braucht ein Imagefilm?
Kommt auf die Zahl der Drehorte, Gespräche und Szenen an. Ein Film mit einem Interview und ein paar Arbeitsszenen an einem Ort ist oft an einem Tag gedreht, mehrere Standorte dauern länger. Einen Anhaltspunkt gibt der Drehtag-Rechner auf unserer Seite zur Videoproduktion.
Darf ich Musik aus dem Radio unter meinen Imagefilm legen?
Nicht einfach so. Für bekannte Titel brauchen Sie das Recht, die Musik mit dem Film zu verbinden, und das klären Sie mit den Urhebern oder dem Musikverlag. Meist unkomplizierter ist Lizenzmusik, deren Bedingungen zu Ihren Kanälen passen.
Was sollte im Angebot zu den Nutzungsrechten stehen?
Wo der Film laufen darf und wie lange. Fehlt dazu eine genaue Regelung, richtet sich der Umfang nach dem Vertragszweck, so sieht es § 31 Absatz 5 Urheberrechtsgesetz vor.
Kann ich aus einem Imagefilm auch Clips für Social Media bekommen?
Ja, sofern das beim Dreh mitgedacht wird. Hochkant geschnittene Clips für Reels oder Shorts lassen sich aus demselben Material gewinnen, kosten aber eigene Schnittzeit.
Wenn wir mit Betrieben aus der Region über einen Imagefilm reden, kommt fast immer zuerst die Frage nach dem Preis, obwohl der Zweck des Films viel mehr darüber entscheidet. Bei schoebel in Passau drehen wir deshalb erst, wenn klar ist, wo die Clips später laufen, und holen dann aus einem Drehtag so viel heraus wie möglich.
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Quellen
- Urheberrechtsgesetz § 31 Einräumung von Nutzungsrechten, abgerufen am 05.10.2026
- Haufe: Zweckübertragungsregel (Übertragungszweckgedanke), abgerufen am 05.10.2026
- GEMA: Anmeldung AV-Produktionen (Formular), abgerufen am 05.10.2026
- GEMA: What are synchronisation rights?, abgerufen am 05.10.2026
- YouTube-Hilfe: Drei Minuten lange YouTube Shorts, abgerufen am 05.10.2026
- Tubefilter: YouTube is letting Shorts be longer (03.10.2024), abgerufen am 05.10.2026
- Meta Anzeigen-Leitfaden: Instagram Reels, abgerufen am 05.10.2026

