Zu mehr guten Google-Bewertungen kommen Sie vor allem, indem Sie Ihre Kunden darum bitten, und zwar jeden, am besten gleich mit Link oder QR-Code, und indem Sie auf jede Rezension antworten. Was nicht geht, ist die kleine Gegenleistung: Geld, Rabatte oder Geschenke für eine Bewertung schließt Google aus, und gefälschte Bewertungen sind in Deutschland seit Mai 2022 auch nach dem Wettbewerbsrecht stets unzulässig. Dass sich der Aufwand lohnt, räumt Google übrigens selbst ein, denn Zahl und Qualität der Rezensionen gehen in die Reihenfolge der lokalen Suche ein.
- Wie viele Rezensionen ein Betrieb hat und wie gut sie ausfallen, nennt Google selbst als Einfluss auf die lokale Suche.
- Bitten dürfen Sie jeden Kunden. Tabu sind Gegenleistungen, Druck im Laden und das Aussortieren der Unzufriedenen.
- Eine unangenehme, aber sachliche Kritik bleibt stehen; Google löscht nur, was gegen seine Richtlinien verstößt.
- Auf Kritik antworten Sie im Grunde für alle, die Ihr Profil später aufrufen, und die lesen genau, wie ruhig der Ton ist.
Warum es zähltWarum Google-Bewertungen bei Local SEO über Ihre Sichtbarkeit vor Ort mitentscheiden
Wie viel Google-Bewertungen ausmachen, sehen Sie, wenn Sie einmal selbst suchen, nach „Elektriker Passau“ oder „Zahnarzt in der Nähe“. Oben erscheint eine Karte mit drei Betrieben, und wer dort nicht steht, wird von vielen gar nicht erst gesehen. Google sortiert diese Karte nach eigener Aussage nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit, und bei der Bekanntheit schreibt Google ziemlich offen hin, dass mehr Rezensionen und positive Bewertungen das Ranking verbessern können. Für die Local SEO eines Handwerksbetriebs, einer Praxis oder eines Ladens in der Altstadt sind Bewertungen deshalb kein Beiwerk, sie gehören zum Kern.
Die Karte ist aber nur die halbe Geschichte, denn am Ende liest ja ein Mensch. Liegen zwei Betriebe ähnlich nah, schaut der meistens in die Rezensionen, und da zählt nach unserem Eindruck weniger die Sternezahl als das, was drinsteht und wie der Inhaber darauf reagiert hat.
Dazu kommt etwas, das vielen noch gar nicht auffällt. Google bietet über seine Places-Schnittstelle inzwischen Zusammenfassungen an, die das Sprachmodell Gemini aus den Rezensionen eines Ortes baut (vorerst nur in einzelnen Ländern). Wohin das läuft, kann man sich ausmalen: Was Ihre Kunden über Pünktlichkeit, Beratung oder Wartezeit schreiben, landet dann womöglich in einer Kurzfassung, die ein Interessent liest, bevor er Ihre Website überhaupt sieht.
Mehr BewertungenSo bekommen Sie mehr Google-Bewertungen, ohne jemanden zu bedrängen
Die meisten zufriedenen Kunden schreiben keine Google-Bewertung, weil niemand sie gefragt hat. Das ist die schlichte Wahrheit hinter vielen Profilen mit sieben Bewertungen nach zehn Jahren Betrieb. Der wirksamste Schritt ist deshalb die Frage selbst, gestellt im passenden Moment: nach der Abnahme der Heizung, mit der Rechnung, in der Dankesmail nach dem Termin.
Google macht es Ihnen dabei leicht. Im Unternehmensprofil gibt es unter den Rezensionen einen Link und einen QR-Code, mit denen Kunden direkt zum Bewertungsfeld kommen. Den Link hängen Sie an Mails und Nachrichten, den Code drucken Sie auf Rechnung, Visitenkarte oder einen Aufsteller an der Kasse. Nur bedrängen sollten Sie niemanden, noch im Laden oder in der Praxis zu schreiben, das untersagen Googles Richtlinien inzwischen ausdrücklich.
Und fragen Sie wirklich jeden, auch den Kunden, bei dem die Lieferung zwei Tage zu spät kam. Wer gezielt nur die Zufriedenen anspricht, verstößt gegen Googles Regeln zur Manipulation von Bewertungen, und ganz ehrlich, es bringt auch wenig. Ein Profil mit vielen guten und ein paar kritischen Stimmen wirkt auf die meisten Leute glaubwürdiger als eine lückenlose Reihe von fünf Sternen, bei der man sich unwillkürlich fragt, wer die wohl geschrieben hat.
GrenzenGekaufte Google-Rezensionen und Rabatte schaden Ihnen mehr, als sie nützen
Bei Rezensionen ist Google recht deutlich. Verboten sind Rezensionen, hinter denen keine echte Erfahrung steht, und jede Art von Gegenleistung, ob Zahlung, Rabatt oder Gratisleistung, sei es für eine neue Bewertung oder dafür, dass jemand eine schlechte ändert oder löscht. Seit Februar 2026 steht zudem in den Richtlinien, dass Betriebe ihren Mitarbeitern keine Quoten vorgeben und keine bestimmten Inhalte erbitten dürfen. Der Kaffee aufs Haus gegen fünf Sterne fällt also genauso darunter wie das gekaufte Paket aus dem Internet, auch wenn sich das eine harmloser anfühlt als das andere.
Beim Recht muss man etwas vorsichtiger formulieren, weil wir keine Anwälte sind. Fest steht: Seit dem 28. Mai 2022 zählt es nach Nummer 23c im Anhang des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb zu den stets unzulässigen Handlungen, gefälschte Verbraucherbewertungen zu übermitteln oder in Auftrag zu geben. Mehrere Kanzleien, die sich mit Wettbewerbsrecht befassen, halten auch Bewertungen, die ein Händler mit einer Gegenleistung beeinflusst hat, für gefälscht in diesem Sinn, selbst wenn der Anreiz offen dabeisteht. Planen Sie eine konkrete Aktion, lassen Sie sie vorher von einem Anwalt ansehen.
| Situation | Erlaubt | Nicht erlaubt |
|---|---|---|
| Kunden um eine Bewertung bitten | Alle Kunden fragen, per Link, QR-Code oder persönlich | Nur zufriedene Kunden gezielt ansprechen |
| Gegenleistung | Keine | Rabatt, Gutschein, Gratisleistung oder Geld für eine Bewertung |
| Aufforderung vor Ort | Hinweis mit QR-Code zum späteren Bewerten | Kunden drängen, noch im Geschäft zu schreiben |
| Mitarbeiter | Kunden auf die Möglichkeit hinweisen | Quoten vorgeben oder bestimmte Inhalte erbitten |
| Negative Bewertung | Sachlich antworten, bei Regelverstoß melden | Kunden für das Löschen belohnen |
AntwortenWie Sie auf Google-Bewertungen antworten, damit Leser Vertrauen fassen
Google rät, auf Rezensionen zu antworten, und zwar freundlich und knapp. Bei Lob reicht ein Dank, der sich auf das bezieht, was der Kunde geschrieben hat. Wer unter jede Bewertung „Danke für die Sterne“ setzt, merkt irgendwann selbst, wie sehr das nach Textbaustein klingt; greifen Sie lieber den Termin, das Gericht oder die Montage auf, von der die Rede war.
Bei Kritik ist es schwieriger, schon weil man sich im ersten Moment ärgert. Schlafen Sie im Zweifel eine Nacht darüber, bedanken Sie sich dann, geben Sie zu, was stimmt, und bieten Sie an, den Rest am Telefon zu klären. Gesundheitsdaten, Beträge oder Einzelheiten aus einem Beratungsgespräch haben in einer öffentlichen Antwort nichts verloren (in Praxen verbietet das ohnehin die Schweigepflicht).
Man vergisst leicht, für wen man da eigentlich schreibt. Der verärgerte Kunde liest die Antwort vielleicht einmal, der nächste Interessent in einem halben Jahr aber auch, und der entscheidet dann danach, ob er Sie anruft.
KritikNegative Google-Bewertung: Wann Sie sie melden können und was sonst hilft
Vorweg etwas, das viele Inhaber ärgert, wenn sie es zum ersten Mal hören: Google nimmt eine Rezension nicht herunter, bloß weil sie schlecht ist. In der Hilfe steht sogar wörtlich, man solle keine Rezensionen melden, die einem nicht gefallen, aber sachlich korrekt sind. Gelöscht wird, was gegen die Richtlinien verstößt, also etwa Spam, Beleidigungen oder Beiträge von Leuten, die nie bei Ihnen waren.
Für solche Fälle gibt es das Tool zum Verwalten von Bewertungen, in dem Sie die Rezension melden und einen Grund angeben. Das dauert laut Google in der Regel ein paar Tage (den Stand sehen Sie im selben Tool), und falls nichts passiert, bleibt Ihnen ein einmaliger Einspruch.
Stammt eine Bewertung nach allem, was Sie wissen, gar nicht von einem Kunden, gibt es daneben den Rechtsweg. Der Bundesgerichtshof hat 2022 in einem Fall um ein Hotelbewertungsportal entschieden, dass schon die Rüge des Bewerteten, es habe keinen Kundenkontakt gegeben, Prüfpflichten des Portalbetreibers auslöst (Az. VI ZR 1244/20). Wie weit sich das auf Ihren Fall übertragen lässt, kann Ihnen nur ein Anwalt für Medien- oder IT-Recht sagen.
DranbleibenMit welcher Routine Ihr Google Unternehmensprofil dauerhaft gut aussieht
Google-Bewertungen sind keine Aktion, die man einmal macht und dann abhakt. Ein Profil, auf dem zuletzt vor zwei Jahren jemand etwas geschrieben hat, wirkt verlassen, auch wenn der Schnitt stimmt; besser ist eine kleine Gewohnheit, bei der jeder abgeschlossene Auftrag mit der Bitte um eine Bewertung endet.
Wer das nicht selbst übernehmen will, kann es abgeben. Die schoebel media & marketing GmbH aus Passau kümmert sich im Bereich Reputation um Bewertungen und Antworten, und Nikolai Schöbel ist seit über 20 Jahren im Online-Marketing unterwegs.
So bekommen Sie ab dieser Woche mehr Google-Bewertungen
- Link holenIm Google-Unternehmensprofil unter den Rezensionen finden Sie den Link und den QR-Code, beides ist in ein paar Minuten erledigt.
- Frage einbauenDen Link hängen Sie an die Dankesmail, den QR-Code drucken Sie auf die Rechnung, und gefragt wird jeder Kunde, egal wie der Auftrag lief.
- Rückstand abarbeitenSehen Sie die Bewertungen durch, auf die noch niemand geantwortet hat, und schreiben Sie zu jeder ein paar persönliche Sätze; bei Kritik bieten Sie ein Gespräch an.
- Termin festlegenEinmal pro Woche schaut jemand ins Profil, am besten immer am selben Tag, sonst schläft es nach dem dritten Mal wieder ein.
Häufige Fragen
Darf ich Kunden um eine Google-Bewertung bitten, etwa per Bewertungslink oder QR-Code?
Ja, das ist ausdrücklich erlaubt, Google liefert Ihnen dafür sogar einen eigenen Link und einen QR-Code. Heikel wird es erst, wenn Sie etwas dafür anbieten, jemanden im Laden bedrängen oder bewusst nur die zufriedenen Kunden ansprechen.
Kann ich eine schlechte Google-Bewertung löschen lassen?
Nur, wenn sie gegen die Richtlinien verstößt, etwa weil der Verfasser nie bei Ihnen war oder weil sie beleidigt. Dann melden Sie sie im Tool zum Verwalten von Bewertungen. Ist sie bloß unangenehm, aber sachlich, bleibt sie stehen, und dann hilft eigentlich nur eine gute Antwort.
Darf ich für eine Bewertung einen Rabatt anbieten?
Nein, auch keinen kleinen. Google schließt Zahlungen, Rabatte und Gratisleistungen für Rezensionen aus, und rechtlich bewegen Sie sich damit auf dünnem Eis (wer so etwas trotzdem plant, sollte vorher mit einem Anwalt sprechen).
Muss ich wirklich auf jede Rezension antworten?
Müssen nicht, aber Google rät dazu, und wir sehen das genauso. Zwei, drei persönliche Sätze reichen meist, egal ob jemand lobt oder schimpft.
Bringen Bewertungen etwas für die lokale Suche?
Laut Google ja. Wie viele Rezensionen Sie haben und wie gut sie ausfallen, geht in die Bekanntheit eines Betriebs ein, und die ist neben Relevanz und Entfernung einer der drei Punkte, nach denen Google lokal sortiert.
Wenn wir uns Profile von Betrieben aus der Region ansehen, fällt uns oft auf, dass die Kunden eigentlich zufriedener sind, als die paar Sterne vermuten lassen. Gefragt hat sie nur nie jemand.
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Quellen
- Google Maps Richtlinien: Verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte, abgerufen 30.09.2026
- Google Maps Policy (englische Fassung), abgerufen 30.09.2026
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Tipps für ein besseres lokales Ranking, abgerufen 30.09.2026
- Search Engine Journal: Relevance, Distance & Prominence, abgerufen 30.09.2026
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Rezensionen lesen und beantworten, abgerufen 30.09.2026
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Link oder QR-Code zum Anfordern von Rezensionen, abgerufen 30.09.2026
- inventivo: Google-Bewertungslink erstellen, abgerufen 30.09.2026
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Unangemessene Rezensionen melden, abgerufen 30.09.2026
- Search Engine Roundtable: Google updates Business Profile review policies (20.02.2026), abgerufen 30.09.2026
- PPC Land: Google tightens Maps review policy, abgerufen 30.09.2026
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Anhang (Nr. 23b, 23c), abgerufen 30.09.2026
- IHK Hannover: Wettbewerbsrecht, neue Regeln ab 28. Mai, abgerufen 30.09.2026
- Wettbewerbszentrale: UWG-Novelle 2022, Kundenbewertungen, abgerufen 30.09.2026
- IT-Recht Kanzlei: Kundenbewertungen gegen Geld oder Rabatte, abgerufen 30.09.2026
- Bundesgerichtshof: Urteil VI ZR 1244/20 vom 09.08.2022, abgerufen 30.09.2026
- BRAK: Bewertungsportal muss Gastkontakt prüfen, abgerufen 30.09.2026
- Google Maps Platform: AI-powered review summaries, abgerufen 30.09.2026
- Google Maps Platform Blog: AI-powered summaries generally available, abgerufen 30.09.2026

